Martyrs


Originaltitel: Martyrs
Erscheinungsjahr: 2008
Herstellungsland: Frankreich / Kanada
Regie: Pascal Laugier

Label: Senator
Laufzeit: ca. 95 Minuten

Freigabe: SPIO/JK (uncut)

Darsteller:

Morjana Alaoui, Mylène Jampanoi, Catherine Bégin, Robert Toupin u.a.

 

Inhalt:

Die kleine Lucie ist spurlos verschwunden. Nach über einem Jahr wird sie endlich völlig verstört am Straßenrand aufgegriffen, ist aber auf Grund eines Traumas nicht in der Lage, zu schildern was passiert ist. Die polizeilichen Ermittlungen ergeben jedoch, daß sie in der Zeit, in der sie vermisst wurde in einem alten Schlachthof eingesperrt war. Es gibt jedoch keine Hinweise auf einen sexuellen Mißbrauch, so daß es auch keine Anhaltspunkte auf die Täter gibt. Lucie wird in ein Sanatorium eingeliefert, wo sie auf Anna, ein Opfer familiären Mißbrauchs, trifft, die ihr auch hilft, zurück ins Leben zu finden. 

Nach 15 Jahren begibt sich Lucie zusammen mit ihrer besten Freundin auf die Suche nach den Tätern...

Kritik:

Eines vorweg: Dieses Review ist an vielen Stellen wohl etwas fragmentiert und dürfte auch die eine oder andere Frage aufwerfen. Das ist mehr oder weniger so gewollt, denn es ist mir äußerst schwer gefallen, auf den Film einzugehen, ohne ihn direkt von Anfang bis Ende zu spoilern.

Hier ist er also, der neuste Output unserer Nachbarn aus dem Westen. Und wie in der Vergangenheit schon öfters praktiziert haben wir es hier mit einem stark gehypten Streifen zu tun, was einen nach den Erfahrungen die man zum Beispiel mit "All The Boys Love Mandy Lane" gemacht hat zunächst einmal etwas skeptisch machen könnte. So zumindest bei mir. Hier kann man jedoch glücklicherweise gleich zu Beginn Entwarnung geben: "Martyrs" ist zwar nicht der Überkracher, zu dem er hochstilisiert wurde, aber er zumindest ein guter Film, der den Zuschauer wahrscheinlich nicht enttäuscht zurück lassen wird. Ich kann zwar die vielen Kommentare und Reviews, die Richtung "ekelerregend", "unglaublich" oder "das Härteste wo gibt" tendieren nicht ganz nachvollziehen, denke aber, daß diese wohl durch die traurige Aktualität des Films in Hinsicht auf die in der jüngsten Vergangenheit bekannt gewordenen Mißbrauchsfälle geradezu forciert werden. Aber zumindest meiner Meinung nach sollte man einen Film unter´m Strich auch als das abhandeln, was er ist: Ein Film eben. Sicher, diesen hier kann man mit Sicherheit nicht als "leichte Unterhaltung" bezeichnen, dafür ist er (und hier muß man dann doch wieder die oben genannten aktuellen Ereignisse betrachten bzw. man kann sie einfach nicht übersehen oder verdrängen) zu hart und liegt eindeutig zu schwer im Magen, aber dennoch ist er auf eine gewisse Art eben doch wieder unterhaltend. Besonders interessant ist hierbei die Tatsache, daß der Film sich nicht auf ein spezielles Genre festlegen will, sondern gerade am Anfang immer wieder zwischen Mystery-Thriller und lupenreinem Horrorflick hin und her pendelt, um sich dann am Ende mehr und mehr dem Terrorfilm anzupassen und hier und da noch eine sozialkritische Note einzuwerfen. Der Schluss jedoch erschien mir nicht wirklich gelungen, hier ist für meinen Geschmack schon wieder zu offensichtlich, daß man den Zuschauer mit offenen Fragen sitzen lassen wollte - oder aber, daß man einfach nicht in der Lage war, sie zu beantworten.

"Martyrs" kommt mit einer durchgehenden Spannungslinie daher, man fiebert wirklich mit den beiden Hauptdarstellerinnen mit. Durch die Limitierung von Darstellern und Schauplätzen während eines Großteils der Laufzeit gibt es jedoch keine Spannungsspitzen. Auch wird Großteils auf den Einsatz von Schocksekunden verzichtet, lediglich ein paar Sequenzen in der Kindheit von Lucie sind "erschreckend" im eigentlichen Sinn.

Schauspieler, Kameraführung und Regiearbeit sind in diesem Film wirklich gut. Gerade die beiden Hauptdarstellerinnen liefern einen wirklich guten Job ab, man nimmt beiden ihre Rollen ab und kommt nicht auf die Idee, ihr "Leid" zu hinterfragen. Auch die Nebenrollen sind gut und glaubwürdig besetzt. Bemängeln kann ich in diesen Punkten, wie bereits oben geschrieben, wirklich nur das Ende des Films. Man mag nun über die Intentionen der Täter denken was man will, ich für

Die deutsche Synchro ist ebenfalls gelungen, die Sprecher sind motiviert bei der Sache und verstehen es gut, das was sich gerade auf der Mattscheibe abspielt auch durch die Bank glaubwürdig zu vertonen.  Auch hier also keine großen Kritikpunkte.

Der Gewaltfaktor... dies ist wohl der Punkt, an dem sich bei "Martyrs" die Geister am meisten scheiden werden. Vielen Zuschauern ist das gezeigt zu hart. Ich für meinen Teil finde es angemessen. Der Film zeigt einige sehr harte Szenen wie zum Beispiel sehr detaillierte Aufnahmen einer gehäuteten Person, diverse Selbstverstümmelungen und des Öfteren auch den Gebrauch von Schusswaffen - alles immer sehr gut umgesetzt, hier gilt mein Respekt den Maskenbildnern. Gerade die Häutung ist wirklich hammerhart. Die eigentliche Härte des Streifens spielt sich dennoch eher auf der psychischen Ebene, bzw. bei den Szenen ab, die nicht unbedingt einen ganz extremen Gewaltgrad aufweisen, sondern sich zum Beispiel mit dem permanenten Hin und Her zwischen "Prügeln wir unser Opfer windelweich" und "Füttern wir unser Opfer, damit es den von uns gewünschten Zustand des Nahtods auch erreichen kann" und auch hier bewegt sich die Umsetzung auf einem hohen Niveau. Gorehounds werden wahrscheinlich genau so zufrieden sein wie Freunde der (mehr oder minder) subtilen Gewalt.

Fazit:

"Martyrs" ist wirklich harte Kost, die mit Sicherheit alles andere als partykompatibel ist - die Stimmung wird eher in den Keller gedrückt als angeheizt. Nie lustig, nie auch nur annäherend ironisch, sondern durchweg ernst und an allen Ecken und Enden brutal. Ich gehe nicht so weit wie viele andere und sage, daß er "Übelkeitserregend" ist, sondern belasse es einfach bei der Tatsache, daß man definitiv nicht zart besaitet sein darf, um den Film "genießen" (wobei das nun auch der falsche, aber doch am ehesten passende Ausdruck ist) zu können. Heftig, zumeist glaubwürdig, gut!

Qualität: 
Härte:   

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