So finster die Nacht


 

Originaltitel

Låt den rätte komma in

Produktion

Schweden/Frankreich 2008

Regie:

Thomas Alfredson

Darsteller:

Kåre Hedebrant, Lina Leandersson, Per Ragnar, Henrik Dahl,Karin Bergquist, Peter Carlberg, Ika Nord, Mikael Rahm, Karl-Robert Lindgren, Anders T. Peedu, Pale Olofsson, Cayetano Ruiz...

Laufzeit:

109:50 Min.

Freigabe:

FSK 16

Tonformat:

Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
Schwedisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel:

Deutsch

Bildformat:

2,35:1 (anamorph / 16:9)

Studio:

MFA/ Ascot Elite

DVD-Erscheinungstermin:

20. Mai 2009

Covertext:

Ineiskalt-faszinierenden Bildern erfindet der Film auf romantische, keinesfalls aber zimperliche Weise das Vampir-Genre neu, mit der symbolträchtigen Geschichte eines jungen Außenseiters, der sich mit dem neuen Nachbarsmädchen anfreundet. Bald dämmert ihm, dass sie ein Vampir ist. Optisch großartig und voller Sensibilität inszeniertes Grusical einer neuen Generation.

Kritik:

Nach unzähligen Lobhuldigungen renommierter Fachpresse waren wir gespannter denn je auf die Buchverfilmung von John Ajvide Lindqvist. Stolze 36 Filmpreise listet derzeit die IMDb. Nachdem wir selbstverständlich vorher das Buch gelesen haben und unsere Erwartungshaltung bezüglich des Films dementsprechend zurückgeschraubt haben, lag uns auch schon die Rezensions-DVD vor. Thomas Alfredson entführt uns in eine kühle, triste Stockholmer Vorstadt die zum Ort des Geschehens werden soll. Der zwölfjährige Oskar wohnt in dieser tristen Gegend, die aussieht als hätte man sterile Wohnblocks durch eine Schneedecke gepresst. Die Kälte erhält Einzug ins Wohnzimmer und leise rieselt der Schnee auf die schwedische Vorstadt. So beginnt Alfredson sein Film, langsam mit kühlen Panorama-Aufnahmen um die Tristesse einzufangen.

So verlassen und einsam die Szenerie wirkt, so einsam ist auch Oskar. In der Schule gemobbt, ohne wirkliche Freunde, ist aus dem Jungen ein skeptischer und verschlossener Einzelgänger geworden. Da fährt urplötzlich ein Volvo vor und scheinbar zieht ein Vater mit seiner kleinen Tochter in die benachbarte und leerstehende Wohnung. Ein Lichtblick für Oskar in seiner Einsamkeit? „Ich kann nicht dein Freund sein“, sagt Eli als erstes zu Oskar als die Beiden sich in unwirklicher Atmosphäre  auf dem Spielplatz vor der Mietskaserne treffen. Weit gefehlt, denn zwischen den beiden entwickelt sich mehr als nur eine Freundschaft.

Die Frustration Oskar spiegelt sich auch in seiner Umwelt wieder! Der Film spielt fast ausschließlich im Dunkeln oder in der Dämmerung. So scheint der reflektierende Schnee der einzige Lichtblick zu sein. Die restliche Bevölkerung macht auch keinen sonderlich glücklichen Eindruck. Ein örtliches chinesisches Restaurant wird zum sozialen Treffpunkt der wenigen vorgestellten erwachsenen Protagonisten. Schnell macht der erste Mord an einem Jungen auch hier die Runde und neuer Gesprächsstoff lässt den Alkoholkonsum nicht das einzige Thema sein.

Die Gesellschaftschicht verbindet sich ideal mit der örtlichen und kargen Umgebung. Wir sind umgeben von Gelegenheitsarbeitern, Trunkenbolden und Menschen die in ihrem Leben wenig Sinn finden oder noch nach diesem suchen.

Der einzige Hoffnungsschimmer und turbulente Ort scheint die örtliche Schule zu sein, allerdings nicht für Oskar! Seine Mitschüler machen ihm das Leben zur Hölle. Doch die Annäherung an das merkwürdig riechende Mädchen, das niemals friert scheint ihn stärker zu machen. Die selbstsichere und dominante Eli gibt Oskar Mut. So bricht er aus der ständigen Demütigung aus und setzt sich zur Wehr. „Du musst hart zuschlagen“, sagt Eli. Das hat Folgen, tödliche Folgen wie man gegen Ende des Films feststellen wird.

Die langsame, stetige Annäherung an Eli, die stillen Bilder und die passenden Dialoge machen „So finster die Nacht“ zu einer melancholischen Liebesgeschichte, welche keineswegs in ermüdendes Gefühlsgeplänkel abschweift. Der Film ist ruhig, sehr ruhig, vielleicht für den ein oder anderen zu gemütlich. Doch wenn Eli oder Håkan auf die Jagd nach Blut gehen, zieht das Tempo derart straff an, das bevor man es wirklich realisiert hat, schon wieder an Fahrt verliert. Alfredson spielt mit kühl inszenierten Schocks, die viel entbehren und dadurch eine unglaublich morbide Atmosphäre erzeugen. Weniger ist mehr und das gelingt ihm hier einwandfrei. Gorehounds werden eher enttäuscht, der Blutzoll bewegt sich im unteren Bereich.

Schnelle Schnitte gibt es nicht in „So finster wie die Nacht“. Die Kameraarbeit spielt sich großteils in Totalen, Halbtotalen und Halbnahen ab. Man sieht fast immer die ganze bedrohliche Szenerie. Die wenigen Closeups werden als hervorragendes Stilmittel benutzt um die zwischenmenschlichen Beziehungen darzustellen. So sieht man z.B. in einer Einstellung die Hand von Oskar in der Nahaufnahme die er synchron mit Eli an die Zimmerwand auflegt. Die Suche nach Zugehörigkeit, Geborgenheit und Freundschaft ist allgegenwertig und von sichtbaren und unsichtbaren Barrieren umgeben. Spannung im konventionellen Horrorfilmsinne gibt es weniger, die typischen Erschrecker mit lautem Trara bleiben fast gänzlich aus. Dennoch können wir dem Film eine gewisse Grundspannung attestieren. Die musikalische Untermalung ist passend zu den Bildern gewählt und kann auf ganzer Linie überzeugen

Das auch sehr junge Schauspieler eine brilliante schauspielerische Leistung erbringen können beweisen Eli (Linda Leandersson) und Oskar (Kåre Hedebrant). Sehr authentisch verkörpern die beiden ihre Rollen und durch die eindringliche Inszenierung von Alfredson macht sich eine Sympathie breit, die Hollywood derzeit in Kinderrollen vermissen lässt. Die erwachsenen Charaktere geraten immer mehr in den Hintergrund, hier sticht niemand besonders hervor.

„So finster die Nacht“ ist kein leichtes Unterhaltungskino, eher eine anspruchsvolle Sozialstudie über zwei Außenseiter, die sich trotz aller Schwierigkeiten mit ihrem Leben arrangieren. Lässt man sich auf den Film ein, wird man nachdenklich zurückgelassen. Fernab von derzeitigen Terrororgien und Remakes bringt der Film anspruchsvolles Genrekino in die heimischen vier Wände und das kann sich sehen lassen! 

Fazit: „So finster die Nacht“ setzt neue Maßstäbe im Vampirfilm! Leise, intelligent und bis zum Schluss durchkomponierter puristischer Grusel!

Wertung: 

 Qualität:

 Härte: 


Bild:

Das Bild macht einen guten Eindruck. Vor allem die sehr kühlen Farben kommen gut an ohne das man den Eindruck eines speziellen Kunstfilters hat. Der Kontrast ist gut abgestimmt und wirkt stimmig. Der Schwarzwert hätte in dunklen Szenen ein wenig besser sein können und tendiert dort eher ins gräuliche. Dabei gehen einige Details verloren. Die Bildschärfe ist ansonsten durchgängig gut. Das Hintergrundrauschen ist minimal und die Kompression ist gut gelungen. Insgesamt ein ordentlicher Transfer mit nur leichten Schwächen.

Wertung:

Ton:

Der Ton liegt im Dolby Digital 5.1 Format, jeweils in der Originalsynchro sowie in deutsch, vor. Die räumliche Klangkulisse ist bei dem eher stillen Film sehr eindrucksvoll in Szene gesetzt. Die Dialoge klingen verständlich und klar, tlw. aber minimal blechern. In der Originalsyncro ist uns dies allerdings nicht aufgefallen. Zudem ist die Synchronstimme von Oskar auf die Dauer leicht anstrengend, da er sehr schleppend und nörgellich spricht. Eli hat im Vergleich zu der Originalsynchro eine deutlich tiefere Stimme. Spannungs-Szenen werden mit Tiefbasseinsetzen dynamisch und druckvoll untermahlt. Die musikalische Untermalung ist ebenso dynamisch und sehr räumlich gelungen.

Wertung:

Extras:

Die Extras sind für den Film sehr schwach und bis auf einen Trailer gibt es nichts Erwähnenswertes.

-       Trailer - 1:14 Min.
Kapitelwahl / 12 Kapitel
Trailershow:
Salvador, The Host, Todeshochzeit

Wertung:

Besonderheiten Verpackung: -

 Gesamtwertung:

Qualitativ einwandfreie DVD mit gutem Bild und dynamischen Ton, leider bietet die Scheibe kaum Extras!

 


Wir bedanken uns herzlich bei der Firma MFA+ FilmDistribution für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


 

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