Ruinen


USA 2008

Originaltitel: The Ruins
Regie: Carter Smith
Laufzeit:  86 min.
Freigabe: FKS 16 (Rated)


Darsteller:

Jonathan Tucker, Jena Malone, Laura Ramsey, Shawn Ashmore, Joe Anderson, uvm.

 

Kurzinhalt:

 

Eine Gruppe befreundeter Collegestudenten besichtigt eine unberührte Ruine der Maya und stolpert in eine uralte Falle. Darin wartet etwas unaussprechlich Böses darauf, seine Opfer in einen nicht enden wollenden Albtraum aus Angst und Horror zu zerren. Angst und Paranoia fressen sich in ihren Verstand, denn ihre einzige Chance zur Flucht besteht darin, das Undenkbare zu begehen...

 

Kritik:

 

Mayatempel und Horror, da denkt der Horrorfan zu erst an Filme wie „Maya“ (Italien 1988) oder sogar an „Alien vs. Predator“ (USA 2004). Dass die Kulisse der mysteriös anmutenden Mayastätten einiges an Atmosphäre zaubern kann, beweisen die beiden erstgenannten Werke. Selbst Mel Gibson benutze die Tempel in „Apocalypto“ (USA 2006) als Hauptschauplatz.  

 

Regisseur Carter Smith wagte mit Ruinen sein Debüt als Spielfilmregisseur. Bislang wartet Carter Smith  nur mit Werbevideos und Modefotografie auf. Nun gut, ein Debütwerk ist nun mal für jeden angehenden Regisseur eine Art Bewerbungsmappe und wenn es nach uns ginge kommt diese eindeutig  auf den Stapel „wird eingeladen“! Der Film basiert auf dem Roman von Scott B. Smiths "Dickicht" und musste einiges an Federn lassen um kompakte 86 Minuten zu erlangen.

 

Ruinen geht eher belanglos los und bedient gleich zu Beginn das derzeitig ständig suggerierte Teenie-Klischee! Partys, Drugs, Sex und Rock ´n Roll. So sind auch unsere jungen und wieder einmal wie aus dem Ei gepellten Schauspieler die Sorte von Springbreakern, wie wir sie aus dutzenden Filmen kennen. Denkste, aber dazu später mehr!

 

Carter Smith lässt sich viel Zeit zu Beginn des Films und führt unsere Charaktere seicht in den Plot ein. Da ist dann tatsächlich mal ein Deutscher mit im Boot, der wie sollte es auch anders sein, unserer Protagonisten ins Verderben stürzt. Nach ausgiebigem Partygelage geht’s nun auf um eigentliche Abenteuer zu erleben und fernab vom sicheren Hotel ins Landesinnere zu reisen. Endlich angekommen an der geheimnisvollen Pyramide beginnt auch die eigentliche Qualität des Films. Es gibt einen großen Knall, einen Toten und überaus verstörte Jugendliche die vor einem Mob Einheimischer aus unerklärlichen Gründen die Flucht ergreifen müssen. Jetzt befindet sich die Gruppe an dem Ort, der bis zum Ende des Films,  die Opfer mal ausgenommen, der einzige bleiben soll! Ohne groß spoilern zu wollen, werden wir aber hier auch nicht mehr auf den eigentlichen Filminhalt eingehen, da wir sonst zu viele stimmige „AHA-Effekte“ zu Nichte machen würden.

 

Smith konfrontiert den Zuschauer mit der blanken Isolation und steckt unsere Helden in eine tausend Jahre alte Falle mit mystischem Hintergrund. Jegliche Technik ist nun Nebensache und unsere Protagonisten sind einzig und alleine bestrebt dem Ort zu entschwinden. Die Gefahr umgibt unsere Helden 360 Grad und umhüllt sie förmlich wie eine Glocke. Die Aussichtslosigkeit verbreitet stimmige Atmosphäre im heimischen Wohnzimmer und das bei helllichtem Tage, nein nicht zuhause sondern im Film! Er spielt zu 80% bei Tageslicht und es ist wirklich unglaublich welche subtile Spannung trotzdem herrscht! Ohne das Grauen beim Namen zu nennen, ist es auch darauf angewiesen und so macht der stimmige Plot, auch keiner noch so typischen Logiklücke Platz.

 

Die stereotypischen Jugendlichen vom Beginn des Films wandeln sich in niemals gedachte Überzeugungsdarsteller und legen eine Spielfreude an den Tag, wie sie nur in wenigen Filmen derzeit zu bewundern ist. Hier trumpft die komplette Rige der Schauspieler auf! Allen voran der Horror-erprobte Jonathan Tucker (Pulse, The Texas Chainsaw Massacre) und Jena Malone (Donnie Darko). Zur Augenweide avanciert sich Laura Ramsey, welche bereits ähnliche Genrefilme als Quotenblondie schmückte ( Venom – Bis der Teufelsschlagen, The Convenant) , sie starte seinerzeit ihre Karriere in dem umstrittenen Reality Film „The Real Cancun“, welcher für Sie eine ganz ähnliche Rolle bat.

 

Zu der Spannung, dem tollen Plot und den guten schauspielerischen Leistungen kommen noch ungeahnt harte Splattereffekte. Die uns vorliegende Unrated-Fassung enthielt eine extra Portion davon, wohingegen die  dt. FSK 16er Fassung einige Federn lassen musste und auf der Rated-Fassung basiert. Auch hier wird der Zuschauer nicht überschwemmt mit Effekten, sondern diese wurden sorgfältig über die gesamte Laufzeit verteilt. Eine Szene lässt selbst hartgesottenen Horrorfans ein „urrrggs“ ausstoßen. Damit hätte wohl niemand gerechnet aber seht selbst.

 

Die Schockmomente von „Ruinen“ untermalt Smith mit einem wuchtigen Filmscore der in keinster Weise aufdringlich wirkt. Und so lässt einzig und alleine der derzeit genretypische Filmstart, sowie das eher unspektakuläre Filmende einen leicht bitteren Nachgeschmack. Ansonsten servierte uns Carter Smith einen herrlichen, erfrischenden Genrefilm mit der richtigen Würze. So  hoffen wir, bald mehr von Smith zu Gesicht zu bekommen. Sein Debütwerk ist ihm zumindest mehr als gelungen.

 

Fazit: überaus erfrischender Mix aus Horror-, Mystery- und Survivalfilm der mit durchgängiger Spannung bis zum Finale Grande bestens unterhält!

Qualität: 
Härte:   


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